Die ersten Schuljahre verliefen wie bei fast allen Kindern. Er war immer ein guter aufmerksamer Schüler, wollte aber nicht Klassenbester sein, da man „die“ ja hänselte.

Im Gymnasium bekam er dann in der Oberstufe einen Physiklehrer, Herr Baginski, der ihn und die Klasse sehr stark motivierte und für Klaus stand fest, sich für ein Physikstudium einzuschreiben.

Er hatte uns als Heranwachsender weder Kummer noch Probleme bereitet und hat alles für das Studium Notwendige in Eigeninitiative erledigt.

Er entwickelte sich zu einer selbstbewussten Persönlichkeit, die selbst bestimmte - was, wann, mit wem und wieviel Kontakt er haben wollte. Seine unzähligen Freunde nahmen ihn wie er war, von kurz angebunden bis nächtelangen Diskussionen reichte die Palette. Fachsimpeln war sein Spezialgebiet.

Er war ein strebsamer Junge, der sein Studium zum Dipl. Physiker mit sehr gutem Erfolg abschloss.

Er neigte zum Perfektionismus, deshalb hatte er Prüfungsstress, welcher bei ihm auch ein paar Spuren hinterließ.

Bei einem Asienurlaub mit seiner Familie verliebte er sich in die Insel Taiwan, wo er dann regelmäßig seine Semesterferien verbrachte. Er hatte unzählige internationale Freunde gewonnen; er liebte die anderen Kulturen.

Auch diese Stress-Spuren hatte er dann unverzüglich wieder abgebaut, indem er sich in den Flieger setzte und in sein lieb gewonnenes Taiwan flog.

Als der Prüfungsstress verflogen war, entschied er sich zur Promotion, wir waren so stolz auf ihn.

Professor Magnussen hatte seine Arbeit begleitet und ich glaube, dass Klaus es ihm nicht immer einfach gemacht hat – sein Perfektionismus!

Klaus hatte in Prof. Magnussen ein Idol gefunden und war voller Bewunderung für ihn.

Im Juli 2010 hatte er sein Ziel mit Auszeichnung geschafft und konnte sich nun als

Dr. rer. nat. Klaus Krug ins Berufsleben stürzen.

 

 

Er hatte einen großen Wunsch!

Eine Anstellung an einer Uni in Taiwan war sein Traum und er arbeitete mit Hilfe seines Prof. daran diesen Traum zu verwirklichen.

Es klappte und er bekam einen Anstellungsvertrag bei der “National Cheng Kung Universität“ in Tainan, wo er herzlich aufgenommen wurde. Er konnte an einigen internationalen Kongressen in Japan und Kanada aktiv teilnehmen, was ihn sehr begeistert hat.

Seine Freizeit verbrachte er mit seinen vielen Freunden und Kollegen beim Reisen, Golfen, Angeln, auf Partys und auf unzähligen Hochzeiten und Familienfeiern zu denen er eingeladen wurde.

Sehr stolz war er auf seine kleine Nichte Hannah, die mit ihren witzigen Sprüchen und Fotos schnell zum Maskottchen bei seinen Kollegen/innen und Studenten wurde.

Aus einem Jahr wurden 3 Jahre – mit Wehmut ist er erst mal zurückgekehrt nach Kiel, schon mit dem Gedanken wieder zurück zu gehen.

Er versuchte seine alten Beziehungen zu Freunden in Kiel wieder aufzubauen und vergaß die Zeit.

Am 4. August hat er sich uns, seiner Familie anvertraut, dass er die nervliche Belastung in Hinsicht Jobsuche schlecht ertragen kann.

Wir haben ihn bis zum Ende mit allen unseren Kräften unterstützt und gestärkt, aber ohne ärztliche Behandlung kamen wir nicht weiter. Mit etwas Widerwillen begab er sich letztendlich zur ärztlichen Behandlung in eine psychosomatische Klinik.

Doch seine Beschwerden besserten sich nicht, im Gegenteil. Sein Flehen nach wirkungsvolleren Medikamenten, hat nichts genützt, obwohl man ihm ansah, wie er sich quälte und die Nerven seinem Körper keine Ruhe mehr ließen.

Selbst wir als Eltern wurden in vielen Gesprächen mit den Ärzten und Betreuern nicht ernst genommen, und konnten die verantwortlichen Ärzte nicht dazu bewegen mehr für ihn zu tun.

Nachdem er aus Verzweiflung keinen anderen Weg mehr sah, hat er am 15. Januar entschieden, sich selbst von den Schmerzen und Qualen seiner Depression zu erlösen.

Wir sind unendlich traurig und fassungslos und können immer noch nicht glauben, wie das auf einer Akutstation in einem Krankenhaus passieren konnte.

 

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Wie das Schicksal es wollte, kam am 15. Januar eine E-Mail von Prof. Lee von der Universität NCKU Tainan, der neben Neujahrsgrüßen anfragte, ob er nicht in sein Labor zurückkehren möchte.

 

 

 

Es ist unfassbar!

Klaus 2_1024

Unser geliebter Sohn ,

 

war ein liebes, ruhiges Kind, das von Geburt an 4 Jahre lang mit dauernd wiederkehrenden Pseudokrupp-Anfällen zu kämpfen hatte.

Er hat sehr gelitten und wir lebten ständig in Angst um ihn.

 Mit seinem 4. Lebensjahr hörten die Qualen, nach einem Ortswechsel, schlagartig auf und er entwickelte sich zu einem kleinen Lausbub. Genossen hat er es auf dem Bauernhof seiner Großeltern, mit Opa Traktor zu fahren und mit den Tieren zu spielen.

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